Journal du Club des Cordeliers - Klopp-Debüt von Ex-Schüler Gakpo vermasselt

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Klopp-Debüt von Ex-Schüler Gakpo vermasselt
Klopp-Debüt von Ex-Schüler Gakpo vermasselt / Foto: NICOLAS TUCAT - SID

Klopp-Debüt von Ex-Schüler Gakpo vermasselt

Jürgen Klopp hat die Nationalmannschaft sofort wieder angezündet, den erhofften Traumstart aber verpasst. Seine leidenschaftlichen Balljäger kämpften beim Start der deutschen Fußball-Revolution in der Höhle des Löwen verbissen, mussten sich beim Nations-League-Auftakt in Amsterdam gegen den Erzrivalen Niederlande aber mit einem 1:1 (1:0) begnügen.

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Torschütze Felix Nmecha (32.) von Klopps alter Liebe Borussia Dortmund ließ den Bundestrainer 87 Tage nach dem blamablen WM-Aus auf den perfekten Abend hoffen. Doch die deutsche Auswahl hatte gegen eine immer wütender anstürmende Elftal einige schwere Momente zu überstehen, ehe Klopps Liverpooler Ex-Schüler Cody Gakpo (90.+2) der verdiente Ausgleich gelang.

Unter den Augen von DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Vize Hans-Joachim Watzke standen noch sieben WM-Fahrer in Klopps erster Startelf, sie zeigten aber ein anderes Gesicht als bei der Paraguay-Pleite. Dennoch muss Klopp bei seinem Heimdebüt am Sonntag (20.45 Uhr/ARD) in Augsburg gegen Griechenland wohl umbauen: Jamal Musiala und Kai Havertz verletzten sich.

Klopps Einstand sorgte bereits im Vorfeld für riesiges Interesse, der Bundestrainer berichtete von Nachrichten "im Sekundentakt" und bekannte: "Ich hoffe, dass ich dieser besonderen Situation gerecht werden kann." Was er vor allem sehen wolle, seien "Spieler, die sich füreinander in den nächsten Zweikampf schmeißen", betonte er und meinte: "Heute kann der erste Tag unserer wunderbaren Zukunft sein. Unseren Träumen sind keine Grenzen gesetzt."

Klopps Pläne bei seinem Comeback auf der Trainerbank nach 858 Tagen allerdings wurden kurz vor dem Anpfiff durchkreuzt: Zehner Musiala zwickte der Oberschenkel, für ihn startete Nadiem Amiri. Der Mainzer eröffnete mit dem Anstoß um 20.47 Uhr die Ära Klopp auch offiziell. Mit seiner schwarzen "Einer von 83 Millionen"-Cap, in weißen Sportschuhen und teils mit gefletschten Zähnen trieb Klopp seine Elf gewohnt schwungvoll an. Wie von ihm gefordert, war Wille und Einsatz klar erkennbar.

Es half aber auch etwas Glück: Einem Kopfballtreffer des früheren Klopp-Schützlings Virgil van Dijk (13.) nach einer Ecke wurde die Anerkennung versagt. Stürmer Brian Brobbey hatte Torwart-Rückkehrer Marc-André ter Stegen, neuerdings bei Ajax, in dessen "Wohnzimmer" eher harmlos gerempelt.

Oranje, dessen Fans den ebenfalls neuen Coach Xavi mit einem herzlichen "Welkom"-Plakat begrüßten, übernahm jetzt das Kommando - und schlug eine härtere Gangart an. Quinten Timber traf Havertz mit offener Sohle am rechten Oberschenkel - der Arsenal-Profi musste kurz darauf angeschlagen vom Platz. Für ihn kam Younes Ebnoutalib als zweiter Debütant unter Klopp, den Freiburger Philipp Treu hatte er bereits in die Startelf berufen.

Ebnoutalib war sofort da, der Frankfurter gab den ersten deutschen Torschuss ab (31.). Beim 1:0 war es jedoch Treu, der sich in Szene setzte: Nach Zuspiel des zurück in die Zentrale versetzten Kapitäns Joshua Kimmich flankte er scharf nach innen, wo Nmecha einen Abpraller eiskalt verwertete. Proteste der Elftal, weil sich Brobbey in der Entstehung verletzt hatte, verhallten. Karim Adeyemi vergab freistehend das 2:0 (39.), Klopp klatschte aufmunternd.

Oranje drängte vehement auf den Ausgleich, ter Stegen rückte immer mehr in den Blickpunkt. Die DFB-Elf hatte defensiv durchaus Probleme. Kimmich hielt die Sechs, bekam von Nmecha und Amiri aber zu wenig Unterstützung - so klafften immer wieder Lücken.

Xavis Joker Mexx Meerdink ließ mehrere Großchancen aus, in der deutschen Abwehr fehlte die Entlastung. Treu (70.) vergab eine seltene Gelegenheit. In der Schlussphase kam mit dem Freiburger Yannik Engelhardt ein weiterer Debütant, um für mehr Stabilität zu sorgen.

Die Niederländer blieben dran, auch Mark van Bommels Sohn Ruben scheiterte an ter Stegen. Ein Ballverlust des eingewechselten Serge Gnabry brachte das 1:1.

P.Lefevre--JdCdC