Journal du Club des Cordeliers - Anklage in Russel Brands Vergewaltigungsprozess: Sexgier des Komikers "unersättlich"

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Anklage in Russel Brands Vergewaltigungsprozess: Sexgier des Komikers "unersättlich"
Anklage in Russel Brands Vergewaltigungsprozess: Sexgier des Komikers "unersättlich" / Foto: Ben Stansall - AFP

Anklage in Russel Brands Vergewaltigungsprozess: Sexgier des Komikers "unersättlich"

Nach der Auswahl der Geschworenen hat am Mittwoch mit dem Eröffnungsplädoyer der Anklage der eigentliche Vergewaltigungsprozess gegen den britischen Komiker und Schauspieler Russell Brand begonnen. Die Staatsanwältin Riel Karmy-Jones bezeichnete den 51-Jährigen, der sich mittlerweile zu einem rechtskonservativen Influencer entwickelt hat, als einen "Sexualstraftäter", der mit seinen Opfern "gnadenlos, berechnend und manipulativ" umgegangen sei. In seinem Drang nach sexuellen Kontakten sei er "unersättlich" gewesen.

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Brand wird zur Last gelegt, in den Jahren 1999 bis 2009 sexuelle Übergriffe auf sechs Frauen bis hin zur Vergewaltigung verübt zu haben. Der Ex-Mann von Popstar Katy Perry weist die Vorwürfe zurück. Zu der Verhandlung erschien er mit seiner neuen Frau Laura. Er trug einen dunklen Anzug, ein schwarz-weiß-gestreiftes Hemd mit lässig gebundener weißer Krawatte sowie eine Sonnenbrille.

Nach dem Willen der Anklage soll Brand in sieben Anklagepunkten schuldig gesprochen werden, darunter drei wegen Vergewaltigung. Für den Prozess vor dem Londoner Southwark-Krongericht sind etwa sechs Wochen angesetzt, er dürfte sich bis in den Dezember ziehen. Die Identität von Brands mutmaßlichen Opfern wird dabei nicht öffentlich gemacht.

Riel Karmy-Jones legte vor Gericht dar, einige von Brands Opfern hätten "Nein" zum Sex mit ihm gesagt, andere hätten nicht die Gelegenheit gehabt zu reagieren. Aber dies habe den Fernsehstar "nicht abgeschreckt".

Die Staatsanwältin führte aus, Brand habe auf "kindische" Art und Weise erwartet, "dass all seinem Verlangen entsprochen" werde. Sein Bekanntenkreis habe berichtet, dass der Komiker "in seinem Leben 5000 Frauen ins Bett" bekommen wollte. "Man muss ihnen sagen, was sie hören wollen", beschrieb er demnach seine Strategie. Dies beweise, "wie manipulativ der Angeklagte sein konnte", sagte Karmy-Jones vor den zwölf Geschworenen.

Am Montag hatte Richter Joel Bennathan acht Männer und vier Frauen in die Jury berufen. Er ermahnte sie, nicht im Internet nach Brand zu suchen, bevor sie zu einem Urteil gekommen seien.

Das Medieninteresse an dem Prozess ist riesig. Während des Gerichtsverfahrens ist Brands Platz im Gerichtssaal in einem Glaskasten abgewandt von den Medienvertretern - mit Blick auf den Richter.

Brand hatte seine Karriere als Standup-Comedian begonnen, bevor er Moderator beim Musiksender MTV und bei Reality-Fernsehserien wurde. Von 2006 bis 2008 moderierte er eine Radiosendung der BBC. Er musste nach einem geschmacklosen Live-Streich gehen, bei dem er eine anzügliche Sprachnachricht auf der Mailbox eines Schauspielers hinterlassen hatte, in der es um dessen Enkelin ging. Brand war aber auch als Schauspieler erfolgreich und spielte in einigen Hollywood-Produktionen mit.

Der Brite unterstützte früher politische Kampagnen der Linken, hat sich inzwischen aber als konservativer Guru und Verschwörungstheoretiker neu erfunden. In Onlinediensten hat Brand, der inzwischen im US-Bundesstaat Florida lebt, Millionen von Followern.

G.Garnier--JdCdC