Uganda: Mitarbeiter von Elektro-Motorradbauer werfen Vorgesetzten Misshandlung vor
Vier Mitarbeiter von Afrikas führendem Elektro-Motorradbauer Spiro haben den Managern einer Niederlassung des Unternehmens in Uganda schwere Misshandlung vorgeworfen. Die vier Mitarbeiter wurden Anfang Juni in ein Büro in der ugandischen Hauptstadt Kampala einbestellt, wo eine Gruppe hochrangiger Manager sie "schlug, prügelte und auspeitschte", wie aus einer am Dienstag von der ugandischen Anwaltsvereinigung bei der Menschenrechtskommission des Landes eingereichten Beschwerde hervorging.
"Die Opfer erlitten Verletzungen, zum Beispiel Platzwunden, Blutergüsse und psychische Traumata", hieß es darin weiter. Der Beschwerde zufolge wurden die Mitarbeiter dafür bestraft, den Austausch von Batterien an Spiro-Motorrädern "schlecht gehandhabt" zu haben. Die vier Opfer bestritten dies. Sie seien mehrere Stunden lang in einem Raum eingesperrt und gezwungen worden, Geständnisse zu schreiben, bevor man ihnen mitgeteilt habe, dass sie entlassen seien.
Eine der Mitarbeiterinnen berichtete, sie sei gewaltsam in einen Raum hinter dem Lagerhaus des Unternehmens gebracht worden, wo sie Kollegen vorgefunden habe, die verprügelt worden seien, einige von ihnen bis zur Bewusstlosigkeit. Ein Video, das der Nachrichtenagentur AFP vorlag, zeigt einen der Mitarbeiter, der von mutmaßlichen Managern angeschrien und mehrfach gegen den Kopf geschlagen wird.
Bei dem Vorfall handelt es sich nach Angaben des Anwalts der Mitarbeiter, Jjumba Anthony, um keinen Einzelfall. "Das passiert sehr häufig, aber die Leute haben wegen der Einschüchterungen Angst, an die Öffentlichkeit zu gehen und ihre Geschichte zu erzählen", sagte er AFP in einem Telefongespräch.
Spiro erklärte in einer Stellungnahme gegenüber AFP, das Unternehmen verfolge eine "Null-Toleranz-Politik gegenüber Folter, Belästigung und jeglichen anderen Menschenrechtsverletzungen". Die Anschuldigungen würden ernstgenommen und eine interne Prüfung sei eingeleitet worden.
Der Markt für Elektro-Motorräder erlebt in Ostafrika einen Boom, der durch die gestiegenen Kraftstoffpreise im Zuge des Iran-Krieges weiter verstärkt wurde. Spiro dominiert den Markt und hat nach eigenen Angaben rund 100.000 Motorräder auf dem gesamten Kontinent verkauft. Konkurrenten werfen dem Unternehmen unlautere Geschäftspraktiken vor, unter anderem das Erschleichen illegaler Steuervergünstigungen in Kenia.
R.Rousseau--JdCdC