Doppel-Kandidat in Alaska: Trump könnte Kongresswahl-Ergebnis in Frage stellen
Wenige Tage vor den US-Kongresswahlen schlägt der Bericht über einen kuriosen Namenstrick der US-Demokraten im Bundesstaat Alaska hohe Wellen. Präsident Donald Trump warf den Demokraten am Donnerstag "Wählerbetrug" vor und deutete an, er könne das Abstimmungsergebnis in Alaska nach der Wahl am Dienstag in Frage stellen. Der republikanische Gouverneur von Alaska, Mike Dunleavy, ordnete eine Untersuchung der Strafverfolgungsbehörde DPS an.
Die "New York Times" hatte am Mittwoch berichtet, die Demokraten hätten gezielt einen Namensvetter des republikanischen Senators Dan Sullivan rekrutiert, der sich in Alaska um seine Wiederwahl bewirbt. Mit dem doppelten Dan Sullivan auf dem Wahlzettel wollten sie dem "echten" Sullivan Stimmen abluchsen. Profitieren solle von dem Manöver die demokratische Senatsbewerberin Mary Peltola, die in Umfragen vor den beiden Sullivans liegt. Peltolas Team bestreitet den Vorwurf der Wählertäuschung.
Trump warf den Demokraten dagegen "Betrug" vor und forderte erneut den Ausschluss ihrer Bewerberin Peltola. "Wenn sie das nicht korrigieren, wäre es sicher eine unehrliche Wahl", sagte er auf die Frage von Reportern, ob er das Wahlergebnis in Alaska in Frage stellen könnte. Diese Woche hatte der Präsident gesagt, er werde den Ausgang der US-Kongresswahlen nur dann anerkennen, wenn es "ehrliche Wahlen" seien.
Gouverneur Dunleavy schrieb zu dem Fall im Onlinedienst X, er lasse untersuchen, ob das "Störkandidaten"-Manöver "Alaskas Gesetze verletzt und eine Strafanzeige oder eine Zivilklage gerechtfertigt sind". Wähler absichtlich dazu zu bringen, für jemand anderen zu stimmen, untergrabe die Glaubwürdigkeit der Wahlen.
Die "New York Times" hatte betont, die Aufstellung von Kandidaten zur Aufsplitterung gegnerischer Wählerstimmen sei grundsätzlich legal. In Alaska hätten sowohl die Republikaner als auch die Demokraten in der Vergangenheit zu solchen Tricks gegriffen. Die Recherche habe keine Hinweise auf ein strafbares Verhalten ergeben.
In dem riesigen Bundesstaat im Nordwesten leben nur rund 740.000 Menschen. Angesichts der knappen Mehrheitsverhältnisse im US-Senat könnte die Wahl in Alaska eine entscheidende Rolle spielen.
S.Simon--JdCdC