Medien: Ermittler gehen von mehreren Drohnen bei Vorfall in Leipzig aus
Nach dem Vorfall mit einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig gehen die Ermittler Medienberichten zufolge davon aus, dass mehrere Drohnen eingesetzt wurden. "Eine zweite Drohne könnte mit einem DHL-Flugzeug kollidiert sein", berichteten die "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR am Dienstag unter Berufung auf Ermittler. Außerdem sei eine dritte Drohne zehn Tage nach dem Vorfall auf einem Feld im Kabelsketal westlich des Flughafens gefunden worden, berichteten die Medien unter Berufung auf Sicherheitskreise.
Die Ermittler sollen an der Fundstelle der dritten Drohne eine Substanz entdeckt haben, bei der es sich nach ersten Einschätzungen um rund 50 Gramm des hochexplosiven militärischen Sprengstoffs Hexogen gehandelt haben könnte, wie "SZ", NDR und WDR unter Berufung auf Sicherheitskreise berichteten. "Die Täter hatten womöglich einen weitaus größeren Anschlag im Sinn als bislang öffentlich bekannt", hieß es in dem Bericht.
Am Flughafen Leipzig war Anfang August im Sicherheitsbereich des Frachtbetriebs eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden. In ihrer Nähe befanden sich mehrere ukrainische Frachtflugzeuge. Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen für die Ukraine im Krieg gegen Russland.
Eine zweite Drohne soll wenige Minuten nach dem Fund der ersten mit einem DHL-Frachtflugzeug kollidiert sein, wie "SZ", NDR und WDR berichteten. Das Flugzeug prallte wohl auf der Höhe des Flughafenzauns mit einer Geschwindigkeit von mehreren Hundert Stundenkilometern mit der Drohne zusammen. Wenige Sekunden zuvor sollen die Piloten der Maschine ein etwa 30 Zentimeter großes Objekt gesehen haben.
Bei einer Untersuchung des DHL-Flugzeugs wurde "SZ", NDR und WDR zufolge am Leitwerk der Maschine eine Beschädigung festgestellt, die auf eine Kollision mit einem Gegenstand hindeutet. Gefunden wurde diese Drohne oder auch nur Teile davon bislang jedoch nicht. Nach Einschätzung der Ermittler könnte das Fluggerät nach dem Zusammenstoß auch in die Triebwerke geraten und dabei in kleinste Teile zerhackt worden sein, wie es in dem Bericht weiter hieß.
Unklar ist nach wie vor, wer hinter dem mutmaßlichen Anschlag steckte. Sicherheitskreise gehen "SZ", NDR und WDR zufolge davon aus, dass russische Geheimdienste in die Planung involviert waren. Moskau weist eine Beteiligung zurück.
L.Leroux--JdCdC